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Wenn Schulsport zu Schulangst führt! - So kannst du dein Kind stärken!


Schulsport ist im Vergleich zu anderen Fächern stark an Körpernormen geknüpft und führt bei vielen Kindern und Jugendlichen zu Scham oder sogar traumatischen Erlebnissen. Dabei soll Bewegung Spaß machen. Aber im Gegensatz dazu kann Schulsport starke #schulängste auslösen. Ein europäisches Forscherteam fand bei Befragungen heraus, dass schlechte Erfahrungen im Schulsport immer mehr Kinder dazu treiben, dem Sport generell den Rücken zu kehren.

Viele Kinder leiden beim Gedanken an die nächste Stunde Sport: Sei es der 800-Meter-Lauf oder die Mannschaftswahl. Bei vielen fängt die Demütigung bereits in der Umkleidekabine an. Zeichen dafür sind häufige Bauchschmerzen am Abend zuvor oder sogar regelrechte Panikattacken vor der Sportstunde. Lehrkräfte und Eltern sollten genau hinschauen, wenn sich Entschuldigungen für den Sport häufen oder erkennbare Angst-Symptome auftreten. Diese Kinder gilt es zu stärken, damit sich die Angst nicht festsetzt. Hier findest du 11 wertvolle Tipps, wie du dein Kind für den Schulsport stärken kannst:

1. Animiere dein Kind sich zu öffnen: Gebe deinem Kind die Möglichkeit darüber zu sprechen, aber gehe behutsam vor: "Wie ist es für dich in der Schule?". Wenn es von selbst nicht auf das Thema zu sprechen kommt, kannst du mit gezielteren Fragen hinführen. Was sind deine Lieblingsfächer aktuell? Was macht dir am wenigsten Spaß? Was macht ihr Zur Zeit im Sportunterreicht? wie fühlst du dich dabei? Du wirst bereits aus den Reaktionen auf die Fragen gewissen Unwohlsein oder Abneigungen ableiten können. Gebe Deinem Kind die Sicherheit, dass es Dir vertrauen und jederzeit mit Dir sprechen kann.


2. Zeige Verständnis und nehme es ernst: Wichtig ist, dass dein Kind weiß, dass du dich als Elternteil für seine Gefühle interessierst und es ernst nimmst. Signalisiere deinem Kind, dass es mit Dir offen über alles sprechen kann. Auch wenn Sie für dich zunächst banal erscheinen mag. Wenn dein Kind seine Erfahrungen teilt, höre aufmerksam zu und lass es aussprechen. Frage immer wieder nach, wenn du etwas nicht genau verstehst. Fragen, wie: "Wie hast du dich dabei gefühlt? " Was hat das in dir ausgelöst? signaliseren, dass du dich für die Situation im Schulsport sehr interessierst. Ein wichtiger Baustein für die Stärkung bei Kindern ist es , dass sie sich "gehört und verstanden" fühlen. Das motiviert das Kind sich immer wieder zu öffnen und stärkt damit dein Kind nebenbei.

Abschwächende Sprüche hingegen, wie zu Beispiel: "Ach komm, Völkerball kann doch auch lustig sein" oder "Das ist doch halb so schlimm, wenn man nicht so schnell wie andere ist" fördert leider das Unverständnis und führt zu Rückzug oder gar dazu, dass es sich noch unsicherer fühlt.


3. Gehe überlegt an die Sache und übereile nichts: Du musst als Elternteil nicht sofort mit Lösungsvorschlägen oder Tipps auf das Gespräch reagieren. Oftmals ist es sogar hilfreicher das Gespräch so stehen zu lassen und dem Kind zu signalisieren, dass du dir nun intensiv Gedanken machst, wie du es unterstützen kannst. Dabei kannst du dein Kind selbst auch animieren sich Gedanken zu machen, was ihm in diesen Situationen helfen würde. Verabredet euch, zu einem späteren Zeitpunkt eure Ideen zusammen zu tragen. Sei dabei aber so konkret wie möglich. Dein Kind sollte das Gefühl haben, dass ihm geholfen wird!


4. Zeige deinem Kind, dass es unabhängig von Noten und Schule geliebt wird: Manche Kinder schämen sich bei Unsportlichkeit nicht nur gegenüber der Klasse, sondern auch zu Hause für schlechte Sportnoten.


5. Biete gute Beispiele: Vielleicht hast du eigene Erfahrungen und Tipps, die Du teilen kannst? Dein Kind fühlt sich zum einen nicht "alleine" damit, zum anderen sind deine eigenen Erfahrungen und Strategien bewährte Ansätze, die dein Kind sicher ausprobieren wird. Vielleicht fallen Dir aber auch gute Beispiele von Personen ein, deren sportlichen Fähigkeiten keine Rolle spiel(t)en. Dein Kind darf wissen, dass Sportlichkeit nicht dem Wert eines Menschen bestimmen.


6. Suche das Gespräch mit der Schule: Sollte dein Kind sehr starke Ängste vor dem Schulsport haben, rate ich das Gespräch mit der Lehrkraft zu suchen. Gut ausgebildete Pädagogen, vor allem im Fach Sport, sollte dieses Thema bekannt sein. Im Gespräch darf gemeinsam die Situation vor Ort und zu Hause, in Bezug auf das „sportliche-Verhalten“, analysiert werden. Eventuell entstehen dabei schon gewisse Lösungsansätze durch z.B. eine besondere Rücksichtnahme der Lehrperson bei gewissen Übungen oder Situationen wie der Mannschaftswahl. Wenn es mal ausgesprochen ist, fühlt es sich gleich etwas leichter an.


7. Mache Sport über andere Wege attraktiv: Versuche über andere Kanäle den Sport attraktiv zu machen. Es gibt viele Kinder die über eine bestimmte Vereins-Sportart Zugang zu Sport bekommen und dabei ihr Selbstbewusstsein aufbauen. Nicht selten führt das zu einem besseren Umgang mit dem Schulfach Sport. Wenn die Handballerin nicht die beste Bodenturnerin ist, ist das für das Kind oftmals leichter zu akzeptieren. Vielleicht ist es auch Yoga oder der örtliche Wanderverein. Sport kann so vielseitig sein.


8.Animiere dein Kind dazu sich in der Situation zu öffnen: Dazu gehört Mut. Jedoch verändert es oftmals direkt und nachhaltig das Klassenklima, wenn Kinder offen aussprechen, wenn sie sich gerade nicht gut mit etwas fühlen. Wenn ein Kind offen sagt: "Das hilft mir gerade nicht weiter, wenn ihr alle lacht. Das verletzt mich!" oder "Es fühlt sich nicht gut an, wenn ich immer als letzte wählt!" sind das oft Gamechanger.


9. Den Angstkreislauf verstehen lernen: Unabhängig vom Thema spielt die grundsätzliche Angst mit all seinen Symptome eine große Rolle. Der Angstkreislauf verstärkt die Schulsport-Angst immer weiter. Eine erste Hilfe kann sein, den Angstmechanismus zu erläutern. Was ist Angst? Wie entsteht Angst und wie wird Angst aufrechterhalten? Wie ist das Zusammenspiel zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten? Vielen Menschen hilft es schon, den Angstkreislauf zu erkennen und zu wissen, wie und wann man dagegen ansteuern kann.


10. Selbsthilfe zur Hilfe: Das Erlernen von Angstlösetechniken wirkt sich ganzheitlich auch auf die Schulsport-Angst aus. Wenn die Angst im Akutfall schnell gestoppt werden kann, desto weniger Macht bekommt sie (auch für das nächste mal).


11. Kinder- und Jugendcoaching: Neben den klassischen Psychotherapien stehen in Deutschland auch sehr gut ausgebildete Kinder- und Jugendcoachs für solche Themen bereit. Der Ansatz ist hierbei ressourcenorientiert. Kinder oder Jugendliche werden darin geschult ihre eigene Stärke zu erkennen und mit den eigenen Ressourcen solche herausfordernden Situationen gut zu meistern. Manchmal stecken unbewusste Blockaden hinter einer Schulsport-Angst. Kinder und Jugendcoachs können gezielt daran arbeiten.


Sobald die Ängste nicht mehr mit eigenen Strategien und Hilfsmitteln reduziert werden können und Dein Kind unter einer dauerhaften Anspannung leidet, solltest Du dringend professionelle Hilfe in Anspruch nehmen


Kinder und Jugendliche verbringen ihren größten Teil in der Schule und entwickeln vor Ort ihre Persönlichkeit. Schulängste können Konsequenzen auf die Entfaltung und Entwicklung haben. Sport ist immer noch ein verpflichtendes, versetzungsrelevantes Fach an Schulen, was unabhängig von individuellen Angstempfindungen zu Druck bei Kindern führt. Unter der Tatsache, dass die sportliche Kompetenz an Körpernormen gekoppelt ist, ist die Frage berechtigt: Wie lange darf der Schulsport noch benotet werden? Von meinem iPhone gesendet AntwortenWeiterleiten

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